1967–2012

Phillip Lee Duncan

Filmemacher, Dichter, Maler, Sänger, Performer – und die rastlose Kraft im Zentrum dieses Films.

Phillip Lee Duncan im Profil neben einer seiner Zeichnungen

Ein Nachruf

Seine Stimme soll gehört werden

Unser lieber Autor, Regisseur und Hauptdarsteller Phillip Duncan starb 2012 in seinem Zuhause in Lakewood, Colorado, an einem Herzstillstand. Wir hatten den Film erst wenige Wochen zuvor fertiggestellt. Tragischerweise erlebte Phillip nicht mehr, wie ein Projekt, dessen Vollendung fast sieben Jahre gedauert hatte, Wirklichkeit wurde.

Ich hatte das große Glück, mehr als sechzehn Jahre mit Phillip zusammenzuarbeiten. Gemeinsam realisierten wir über zwanzig Filmprojekte. Er war mein engster Mitarbeiter und bester Freund.

Es ist meine Absicht und meine Ehre, dafür zu sorgen, dass sein Vermächtnis Gestalt annimmt und seine Stimme gehört wird. Phillip war auch Dichter, Maler und Sänger und hinterließ ein erstaunlich umfangreiches Werk, das meiner Überzeugung nach von bleibender künstlerischer Bedeutung ist. Ich hoffe, dass andere durch Dougs Deutschland seine Kunst so erleben und schätzen lernen, wie ich es tat.

— Daniel Scheimberg, producer

„Von seiner Depression, Agoraphobie und seinen Panikattacken lässt sich in seinen Gemälden vom Gartenzaun eigentlich nicht viel erkennen. Oder doch?“
Phillip Duncan, 2011

In seinen eigenen Worten

Biografie des Regisseurs

Verfasst von Phillip Duncan im Jahr 2011

Die grundlegenden Fakten sind diese: Phillip Duncan wurde am 4. November 1967 in Salisbury, Maryland, geboren. Seine Eltern waren Judy, eine schüchterne neunzehnjährige Krankenpflegeschülerin, und David, ein dreiundzwanzigjähriger Milchmann, der bald nach Vietnam geschickt werden sollte. David kehrte unversehrt zurück, ließ sich von Judy scheiden und blieb seinem einzigen Kind lebenslang entfremdet. Für Judy und Phillip entstand daraus ein Muster aus Misstrauen, Co-Abhängigkeit und geringem Selbstwertgefühl, das sie jahrelang verfolgte.

Es folgten eine zweite Ehe, ein gewalttätiger alkoholkranker Stiefvater und zehn verschiedene Bundesstaaten, zehn verschiedene Schulen. Phillip lernte, sich nirgendwo zu Hause zu fühlen – am allerwenigsten zu Hause. Versteckt im Schrank seines Schlafzimmers entwickelte er eine Vorliebe für Lyrik, deutsche Literatur und Theater.

Für ein Studium war kein Geld da, und seine Begabungen waren vom amerikanischen Bildungssystem weitgehend unermutigt geblieben. Phillip trat in die Armee ein, um Deutschland selbst kennenzulernen. Die Armee bewirkte Wunder für sein Selbstvertrauen. Er verlor die krankhafte Fettleibigkeit seiner Kindheit – gewissermaßen ein zweiter, tragbarer Schlafzimmerschrank – und begann eine Beziehung mit einer deutschen Frau.

Er täuschte eine psychische Erkrankung vor, um die Armee verlassen zu können, zog zurück nach Deutschland, lebte ein Jahr mit ihr zusammen und kehrte schließlich nach Amerika zu seiner Mutter zurück. Er schloss die Tür seines Schlafzimmers. Dort blieb er die nächsten zwanzig Jahre.

Man könnte die Gedichte, Gemälde, Geschichten, Kurzfilme und Lieder, die in dieser Zeit im Privaten entstanden, als Lebenszeichen betrachten. 2009 lichtete sich der Nebel plötzlich und unerklärlich. Mit Hilfe seines langjährigen Freundes Daniel Scheimberg verließ Phillip sein Zuhause und kehrte nach Deutschland zurück, um Dougs Deutschland zu drehen – einen Spielfilm, der jene zwanzig Jahre durch die Rückkehr einer fiktiven Figur nach Deutschland satirisch umschreiben sollte.

Im Mai 2010 ging er nach New York, um As a Whistle zu drehen, ein kurzes Filmmusical, in dem die Sänger und Darsteller niemals die Dusche verlassen. Und natürlich gab es ein Drehbuch über Heinrich von Kleist, einen Gedichtband und eine Galerieeröffnung. Natürlich. Natürlich.

Dichte schwarze Tuschezeichnung voller Figuren und Architektur von Phillip Duncan

Jenseits von Dougs Deutschland

Filme, Gedichte, Lieder und Spuren

Eine erste Karte von Phillips Werk an anderen Orten. Diese Links dokumentieren das größere Archiv, ohne Bilder oder Texte Dritter zu übernehmen, deren Wiederverwendung noch geklärt werden muss.

Archiv

Die Bilder leben weiter

Die erste Version dieser restaurierten Website zeigt die Kunstwerke, die bereits in der ursprünglichen Filmwebsite eingebunden waren. Von hier aus kann ein umfassenderer Katalog wachsen.